Bernhard Höfler fordert mehr Unterstützung für Regionalität und bäuerliche Familienbetriebe – Nachhaltigkeit und Klimaschutz als zentrale Anliegen

Bernhard Höfler, AK Vorstand, FSG Landesvorsitzender und SPÖ-Spitzenkandidat für die Nationalratswahlen in der Region Innsbruck Land und Schwaz, präsentiert sich als starker Befürworter der regionalen Landwirtschaft und betont die dringende Notwendigkeit, bäuerliche Familienbetriebe zu unterstützen. Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch den Strukturwandel, den Klimawandel und wirtschaftlichen Druck fordert Höfler ein Umdenken in der Agrarpolitik.

„Die österreichische Landwirtschaft, insbesondere in den Berg- und ländlichen Regionen Tirols, steht unter massivem Druck. Kleinere Betriebe, die für die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln unverzichtbar sind, kämpfen ums Überleben. Das zeigt sich deutlich im Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe – seit 2010 sind 11 % der Betriebe verschwunden, und der Trend geht weiter“, erklärt Höfler.

Kernforderungen und Maßnahmen für die Zukunft der Landwirtschaft

  1. Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe und regionale Wertschöpfung „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe müssen wieder in den Fokus der Politik rücken. Sie sind nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Stützen des ländlichen Raums“, betont Höfler. Der Grüne Bericht 2024 zeigt, dass die durchschnittliche Fläche der Betriebe auf 44,9 ha angestiegen ist, was den Druck auf kleinere Betriebe, wettbewerbsfähig zu bleiben, verdeutlicht.

Forderung: „Es braucht eine gerechtere Verteilung der Agrarförderungen, die sich insbesondere auf kleine und mittlere Familienbetriebe konzentriert. Eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) muss sicherstellen, dass diese Betriebe nicht weiter benachteiligt werden. Wir brauchen Förderungen, die sich nicht nur auf Effizienz und Massenproduktion konzentrieren, sondern auf Qualität, Nachhaltigkeit und regionale Produkte setzen.“

  1. Klimaschutz und Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die heimische Landwirtschaft. Extremwetterereignisse wie Dürre, Starkregen und Hitzeperioden haben die Ernteerträge in den letzten Jahren stark beeinträchtigt. „Allein 2023 sank der Wert der pflanzlichen Produktion um 12 % auf 4,5 Milliarden Euro. Der Klimawandel stellt nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Bedrohung dar“, betont Höfler.

Forderung: „Wir müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um die Landwirtschaft klimaresilient zu machen. Das bedeutet Investitionen in klimafreundliche Technologien, den Schutz der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit. Diese Maßnahmen sind nicht nur für den Erhalt der Landwirtschaft notwendig, sondern auch, um den ländlichen Raum als Lebens- und Wirtschaftsraum zu sichern.“

  1. Bürokratieabbau und Vereinfachung der Förderungen „Die steigende Bürokratie ist eine der größten Hürden für die Landwirte. Komplexe Antragsverfahren und langwierige Verwaltungsprozesse kosten wertvolle Zeit und Ressourcen“, erklärt Höfler. Laut dem Grünen Bericht 2024 belasten insbesondere kleinere Betriebe die steigenden Verwaltungskosten und der zunehmende bürokratische Aufwand.

Forderung: „Wir müssen die Bürokratie abbauen und die Förderprogramme vereinfachen. Ziel muss es sein, den Landwirt:innen die Möglichkeit zu geben, sich auf ihre eigentliche Arbeit zu konzentrieren – die Produktion hochwertiger Lebensmittel. Gleichzeitig muss eine faire und einfache Verteilung der Förderungen gewährleistet sein.“

  1. Förderung der Digitalisierung und Innovation in der Landwirtschaft Die Landwirtschaft der Zukunft wird stark von digitalen Lösungen profitieren. Technologien, die Erträge optimieren und Ressourcen schonen, sind entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „Allerdings fehlt es vielen kleineren Betrieben an den notwendigen finanziellen Mitteln, um in die Digitalisierung zu investieren“, erklärt Höfler.

Forderung: „Wir brauchen gezielte Förderprogramme, um den Landwirten den Zugang zu moderner Technologie zu ermöglichen. Digitalisierung darf nicht nur Großbetrieben vorbehalten bleiben. Auch kleine und mittlere Betriebe müssen die Chance erhalten, durch den Einsatz digitaler Lösungen ihre Effizienz zu steigern.“

  1. Hofnachfolge und Förderung der jungen Generation Ein zentrales Problem in der österreichischen Landwirtschaft bleibt die Hofnachfolge. „Viele junge Menschen scheuen sich, die Betriebe ihrer Eltern zu übernehmen, weil die wirtschaftlichen Aussichten unsicher sind. Die Zahl der Betriebe sinkt stetig – allein zwischen 2010 und 2023 um 11 %, was eine alarmierende Entwicklung darstellt“, so Höfler.

Forderung: „Es braucht dringend Maßnahmen, um die Hofnachfolge zu sichern. Das bedeutet nicht nur finanzielle Anreize für junge Landwirt:innen, sondern auch eine klare Perspektive und Unterstützung bei der Modernisierung der Betriebe. Nur so können wir sicherstellen, dass auch in Zukunft junge Menschen bereit sind, die Betriebe weiterzuführen.“

  1. Stärkung der Regionalität und Förderung regionaler Produkte „Die Konsument:innen fordern immer mehr regionale und nachhaltige Produkte. Es liegt in der Verantwortung der Politik, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass diese Nachfrage auch bedient werden kann“, betont Höfler. „Die Direktvermarktung und die Produktion von Spezialitäten sind zentrale Strategien, um die Wertschöpfung in den Regionen zu halten und den Betrieben eine zukunftssichere Perspektive zu bieten.“

Forderung: „Wir müssen mehr tun, um die Vermarktung regionaler Produkte zu fördern. Das bedeutet auch, dass wir die heimischen Erzeuger gegenüber den Importen stärken müssen. Regionalität ist nicht nur eine Frage der Qualität, sondern auch der Umweltfreundlichkeit und der sozialen Verantwortung.“

Daten und Fakten als Grundlage für die Forderungen

Bernhard Höfler stützt sich bei seinen Forderungen auf die aktuellen Daten des Grünen Berichts 2024, der die prekäre Lage der österreichischen Landwirtschaft aufzeigt:

  • Einkommensverluste: Das durchschnittliche Einkommen der Landwirt:innen sank 2023 nominal um 14,9 %, real sogar um 21,1 %. Besonders betroffen waren Marktfruchtbetriebe, die einen Einkommensrückgang von 42 % verzeichneten.

  • Struktureller Wandel: Seit 2010 ist die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe um 11 % gesunken, während die durchschnittliche Betriebsgröße auf 44,9 ha angestiegen ist. Dies verdeutlicht den fortschreitenden Konzentrationsprozess, der kleinere Betriebe massiv unter Druck setzt.

  • Klimawandel: Der Wert der pflanzlichen Erzeugung fiel 2023 um 12 %, bedingt durch extreme Wetterbedingungen und Preisschwankungen bei wichtigen Agrarprodukten wie Getreide und Ölsaaten.

„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir handeln müssen. Es geht nicht nur um die Sicherung der heimischen Landwirtschaft, sondern auch um die Zukunft unserer ländlichen Regionen und die Versorgungssicherheit mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln“, schließt Höfler.

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