FSG Tirol an Industriellenvereinigung: Gewinne in guten Zeiten einstecken, in Krisen den Sozialstaat angreifen – das geht so nicht!
Innsbruck, 29.11.2024
Bernhard Höfler fordert Verantwortung der Industrie: „45 Jahre Arbeit sind genug – die Menschen haben ein Recht auf Würde im Alter!“
„Die Industriellenvereinigung schießt sich mal wieder auf den Sozialstaat ein, während ihre Mitglieder in guten Zeiten die Gewinne einstreichen und Dividenden ausschütten! Wenn es dann schlecht läuft, soll der Staat einspringen – das ist pure Heuchelei,“ kritisiert Bernhard Höfler, FSG-Landesvorsitzender Tirol und Nationalratsabgeordneter, scharf. Die Forderung der IV nach einer Anhebung des Pensionsantrittsalters sowie Kürzungen bei den Pensionshöhen sei ein Schlag ins Gesicht für alle hart arbeitenden Menschen in Österreich.
„Nach 45 Jahren Arbeit ist Schluss – das ist nicht verhandelbar!“
„Die Menschen in diesem Land arbeiten hart – 45 Jahre in der Pflege, auf dem Bau, in der Produktion oder in anderen anstrengenden Berufen. Da braucht niemand mehr länger schuften, nur weil die Industriellenvereinigung ihre Gewinne retten will. Das Pensionsantrittsalter zu erhöhen, ist eine Frechheit gegenüber allen, die schon jetzt kaum bis zur Pension durchhalten,“ stellt Höfler klar.
„Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren – nicht mit uns!“
Die IV kritisiert die angeblich zu hohen Pensionen, während die Unternehmen in wirtschaftlich guten Zeiten Gewinne in Milliardenhöhe machen. „Wo bleiben Rücklagen aus den fetten Jahren? Die Industrie will Gewinne immer für sich selbst, aber sobald es schwieriger wird, soll der Staat einspringen. Das ist kein Sozialstaat, das ist ein Selbstbedienungsladen für die Reichen!“ findet Höfler klare Worte.
Teilzeit ist kein Luxus, sondern Realität
Besonders absurd findet Höfler den Angriff der IV auf Teilzeitbeschäftigte: „Teilzeit ist kein Luxus, sondern oft die einzige Möglichkeit, Arbeit und Familie zu vereinbaren. Vor allem Frauen arbeiten Teilzeit, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen müssen. Statt Teilzeit zu kritisieren, sollte die IV dafür sorgen, dass es flächendeckende Kinderbetreuung und faire Einkommen gibt.“
Pensionen kürzen? Altersarmut vorprogrammiert!
Höfler kritisiert auch die Forderung, die automatischen Pensionserhöhungen abzuschaffen: „Wer so etwas vorschlägt, will Altersarmut bewusst in Kauf nehmen! Gerade bei der hohen Inflation brauchen die Pensionistinnen und Pensionisten Anpassungen, um sich das tägliche Leben leisten zu können. Das zeigt, wie weit weg die Industriellenvereinigung von der Realität der Menschen ist.“
„Die Menschen tragen das Land – nicht die Industrie!“
„Die arbeitenden Menschen zahlen jeden Tag in das Pensionssystem ein, sie finanzieren mit ihren Steuern auch die Zuschüsse. Ohne sie gäbe es keinen Wohlstand, keine Gewinne und keine Dividenden für die Industrie. Und was macht die IV? Sie will, dass die Menschen noch länger arbeiten, weniger Pension bekommen und der Sozialstaat zusammengestrichen wird. Das lasse ich nicht zu,“ sagt Höfler entschieden.
Klare Botschaft an die IV: Verantwortung übernehmen!
„Die arbeitenden Menschen haben genug geleistet. Sie haben ein Recht auf eine anständige Pension nach einem harten Arbeitsleben. Die Industrie soll aufhören, ständig nur zu nehmen, und endlich auch ihren Teil zum Sozialstaat beitragen. Die Gewinne der letzten Jahre sind groß genug – da braucht es keine Angriffe auf die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!“ so Höfler abschließend.